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Wer ihn schon mal vergessen hat, der weiss die unentbehrlichen Dienste des "Spartacus" zu schätzen: Der Gay-Guide, von manchen auch "unsere Bibel" genannt, begleitet die Schwulen schon seit mehr als 30 Jahren auf ihren Reisen. Man mag sich manchmal über falsche Einträge ärgern, aber die Fülle an Informationen bringen einem doch meistens in die richtigen Gegenden der besuchten Städte. Der "Spartacus" bietet Informationen zu über 160 Ländern weltweit. Die Listings und Texte beschreiben jedes Land in einer ausführlichen Einleitung, die über die rechtliche und gesellschaftliche Situation von Schwulen genauso wie über kulturelle Besonderheiten informiert. Ergänzend dazu gibt ein kurzer Reisebericht einen Überblick über schwules Leben in ausgewählten Städten. Das Listing mit gut 21'000 Adressen umfasst alle Bereiche des täglichen Lebens. Egal, ob nach einem aussergewöhnlichen Hotel, dem angesagtesten Strand oder der örtlichen Schwulenberatung gesucht wird - hier wird Mann fündig. Die erste Ausgabe des "Spartacus" wurde 1970 in England von John D. Stamford herausgegeben, einem Mitglied der frühen schwulen Gesetzesreformbewegung. Im ersten Band wurden rund 200 Lokale in England und insgesamt über 3000 Adressen von "homophilen Treffpunkten" weltweit aufgeführt. Schon zehn Jahre später erhielt die damalige Redaktion jährlich rund 12000 Briefe mit Hinweisen und Kommentaren, welche den Guide auf stolze 608 Seiten brachten. Stamfords Anliegen mit dem "Spartacus" war, "eine bessere Welt für Schwule" zu schaffen, denn nach seiner Meinung war die "Einsamkeit unser Feind Nummer eins", wie er im Vorwort der zehnten Ausgabe schrieb. Er zog 1972 nach Amsterdam, weil in England seine Arbeit durch die strenge Gesetzgebung ständig behindert wurde. 1987 übernahm der Bruno Gmünder Verlag in Berlin den "Spartacus". Seither ist der Spartacus noch dicker geworden. Gleichzeitig wird er ergänzt von Spezialausgaben, etwa einem Hotel- und Restaurant-Guide oder dem Internet-Guide.
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