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Anders als die Andern, DVD

 

Bestellnummer: 1570

D 1919, 41 Minuten, schwarz-weiss, Stummfilm

von Richard Oswald

SFr. 42.90

ISBN 4260100330049

 

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Mit "Anders als die Andern" hat Richard Oswald den ersten Homosexuellen-Film der Filmgeschichte geschaffen. Der Film wurde am 18.8.1920 verboten "mit der Massgabe, dass die Vorführung zugelassen wird vor bestimmten Personenkreisen, nämlich Ärzten und Medizinalbeflissenen, in Lehranstalten und wissenschaftlichen Instituten."
Vorführungen fanden tatsächlich statt - im Berliner Institut für Sexualforschung von Magnus Hirschfeld. Dass von Oswalds Film überhaupt Material erhalten ist, ist einem anderen Film zu verdanken: Magnus Hirschfeld drehte 1927 einen Dokumentarfilm, "Gesetze der Liebe", und schnitt für die Schluss-Episode eine Kurzfassung von "Anders als die Andern". Dieser Film ist eine der wichtigsten Ikonen der schwulen Filmgeschichte Deutschlands und gleichzeitig ein Meilenstein in der Entwicklung der frühen Schwulenbewegung.
Der Film zeigt das Schicksal eines schwulen Mannes: Paul Körner hat sich nach einer schwierigen Jugend, in der er wegen vermuteter hoomosexueller Neigungen von der Schule verwiesen wurde, ganz in die Musik zurückgezogen. Als Violin-Virtuose wird er gefeiert, niemand weiss um seine Homosexualität. Als er nach einem Faschingsball einen jungen Mann mit zu sich nach Hause nimmt, ist er in der Händen eines Erpressers. Dieser droht, ihn wegen Verstoßes gegen den §175 anzuzeigen. Paul zahlt, bis ihm der Besuch eines Vortrags von Magnus Hirschfeld und die wissenschaftliche Betrachtung der Homosexualität neues Selbstbewusstsein geben. Er zeigt den Erpresser an, der zwar wegen Erpressung verurteilt wird - doch nun ist auch Körners Veranlagung bekannt, und er wird gesellschaftlich geächtet. Daraufhin begeht er Selbstmord.

Der erste deutsche Film über Homosexualität hat nur als Fragment einer 1927 umgeschnittenen Kurzversion überlebt, die eine Episode des Films "Gesetze der Liebe" von Magnus Hirschfeld bildete. Die Rekonstruktion des Originalfilms verwendet neben dem vorhandenen Filmfragment Texte aus zeitgenössischen Protokollen und Besprechungen sowie Standfotos. Als Bonus gibts den Film "Gesetze der Liebe: Schuldlos geächtet!" von 1927 mit Musikbegleitung von Bernd Schultheis .


 

 

 

     
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