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ei einem weniger begabten Autor wäre dieser Stoff zu einer simplen Kitsch- story geraten: Da lernen sich zwei gut aussehende Männer auf einer Business-Party in Berlin kennen, verlieben sich, ziehen zusammen und richten sich in ihrem gemeinsamen Altbauidyll ein. Ein perfektes Paar lebt das perfekte Glück. Doch der Potsdamer Autor Peter Hofmann ist zwar einerseits ein routinierter Erzähler, der es dem Leser leicht macht, diese Wonnen der Liebe zu teilen. Andererseits aber ist er auch ein bodenständiger Realist, ein leicht grüblerischer Melancholiker, der auch die Szenen der Euphorie und des Überschwangs als Momente des Zweifels und der Unsicherheit beschreibt. Wo sich der schlichte Unterhaltungsroman mit der vordergründigen Beschreibungen begnügt, taucht Hofmann unter die Oberfläche. Wie schon in seinen Vorgängerwerken kommen seine Geschichten unaufgeregt daher. Ob die erste Konfrontation der Familie mit dem Lebensgefährten in "Allein die Welt dazwischen" oder jetzt das Sich-Einrichten in einer Beziehung was Hoffmanns Prosa auszeichnet, ist stets die Weise, wie er mit wenig Aufwand seinen Figuren psychologische Tiefe verschafft und die Bruchstellen im Denken, Handeln und Fühlen offenbart. In "Nachtnovelle" ist es der Verdacht der Untreue; eine schlichte Notiz wird zum Keim des Misstrauens, der beim Ich-Erzähler Verlustangst und Selbstzweifel auflöst. Spätestens mit diesem dritten Roman hat sich Peter Hofmann einen festen Platz in der deutschsprachigen schwulen Literatur gesichert als ein Autor, der mit feinen Zwischentönen den eigentlich unspektakulären, weil alltäglichen Momenten im Leben schwuler Männer jene Bedeutung zukommen lässt, die sie im wahren Leben schliesslich auch hat.
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