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Henning ist 17 Jahre alt und lebt in der Provinz. Ausgerechnet dann, als seine "beste Freundin" sich für eine feste Beziehung mit ihm entscheidet, merkt er, dass er schwul ist, und versucht, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Markus Brühl schildert mit viel Einfühlungsvermögen und feinem Witz einen Teenager auf der Suche nach sich selbst, der sogar die Unterstützung der Jungfrau Maria findet: sie segnet den Kaffee, den Henning trinken wird. Der Autor überzeugt mit einem charmanten Tonfall, der den Leser schnell in den Sog der Atmosphäre "Henningstadts" zieht. Henning findet sein platonisches Verhältnis mit Isabelle sehr praktisch: er ist irgendwie in "festen Händen" und doch frei von Verpflichtungen. Als er eines Nachts im Park erlebt, was einige Männer in den Büschen treiben, bringt ihn das auf neue Gedanken. In der Stadtbücherei findet er einen Handzettel der örtlichen Schwulengruppe, und mit Schmetterlingen im Bauch macht er sich auf den Weg dorthin. Stefan hat gerade eine Beziehung hinter sich, und er ist nicht besonders scharf darauf, sich um einen Siebzehnjährigen ohne Erfahrung zu kümmern. Als er schliesslich dem naiven Charme Hennings erlegen ist, wird ihm dessen Bedürfnis nach Nähe schnell unheimlich, und er flieht nach Berlin. Henning fährt kurzentschlossen hinterher, und am Küchentisch von Stefans Freundin Tete wird alles gut. Mit Henning, Stefan und Isabelle hat der Autor wunderbar lebendige und liebenswerte Menschen unserer Tage erfunden. Marcus Brühl erzählt, wie kompliziert ein schwules Coming-out selbst in einer Umgebung ist, die Schwule nicht wie Menschen vom anderen Stern oder gar als perverse Verbrecher behandelt.
Marcus Brühl wurde 1975 in Siegen geboren. Er ist mehrfacher Preisträger des Wettbewerbs "Treffen junger Autoren" und des Jugendprojekts der Neuen Gesellschaft für Literatur in Berlin.
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