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In den fünfziger Jahren waren sie Bodybuilder-Magazine sehr populär, nicht zuletzt bei den Schwulen: voller Bilder von tollen Muskelmännern, dazu mit durchaus ernstgemeinten Ratschläge zur Förderung der eigenen körperlichen Gesundheit - "Fit for Fun" lässt grüssen. Doch hinter den schönen Körpern verbarg sich eine Geheimwelt, die sich nur wenigen Insidern öffnete. Thom Fitzgerald, der Regisseur des preisgekrönten Films "The Hanging Garden", führt uns hinter die Kulissen dieser geheimnisvollen Welt: Sex, Intrigen, Ruhm und Absturz. "Beefcake" ist die erstaunliche und zugleich provokante Geschichte des Fotografen Bob Mizer. Mizer war Verleger des populären Magazins "Physique Pictorial", welches treue Anhänger sowohl unter schwulen Männern, Frauen als auch arrivierten Athleten hatte bis Mizer wegen der schwulen Hintergründe vor Gericht kam. Die virtuose Verbindung von Archivaufnahmen und Spielszenen, von Dokumentation und Fiktion, macht "Beefcake" zu einem einzigartigen Film: "Beefcake" ist eine Ode an die "Underground"-Kultur der fünfziger Jahre mit vielen Elementen des Camp und zugleich die Geschichte eines Menschen, der nicht nur seine Träume verwirklichen will, sondern auch auf faszinierend-mutige Weise für seine Grundrechte kämpft. Und: "Beefcake" ist ein Film voller schöner Männer, Beefcake eben.
Bob Mizer war Ende der 1940er Jahre Inhaber eines Fotostudios in Kalifornien. Seit seiner Bubenzeit faszinierten ihn nackte junge Männerkörper. Er übte sich im Knipsen bereits mit Schulfreunden, die in Erwartung der Pubertät körperlich schon weiterentwickelt waren als er selbst. Als ihn die Mutter dabei entdeckte, liess er sich die Legitimation dieser Art Männeraktphotos einfallen, mit der er künftig Erfolg haben würde: Muskelmänner sollen ein sauberes Vorbild für Jungens sein, die Sportler oder Bodybuilder werden wollen. Er begann, junge Männer anzuwerben und sie in Helden-Inszenierungen abzulichten. Finanziert wurde das Unternehmen mit Hilfe der Zeitschrift "Physical Pictoral", wo die Boys im Alter zwischen etwa 17 und 25 Jahren posierten. Das Heft richtete sich an Bodybuilder und Athleten. Nebenbei waren die Hefte aber auch heimliche Wixvorlagen für schwule Männer. Möglicherweise hat Bob Mizer mit einer Reihe von beigefügten Geheimsymbolen in den Fotos auch sexuelle Orientierung, Vorlieben und "Verfügbarkeit" angezeigt, denn beileibe nicht alle seiner Boys waren heterosexuell, etliche benötigten auch einen Nebenverdienst. Typisch für die verklemmten 1950er Jahre der prüden USA sind die "Sauberkeit" und die erotische Zähmung der unausgesprochenen Männerliebe. Als Red, einer seiner Modelle, wegen homosexueller Belästigung und wegen Kuppelei klagte, kam es zu einem Prozess gegen Bob Mizer. Obwohl es dem Anwalt gelang, den Kläger als verlogenen, gewinnsüchtigen Stricher blosszustellen, wurde Bob Mizer verurteilt und wanderte hinter Gitter.
Hintergrundtext mit freundlicher Unterstützung von Erasmus Walser
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