|
Nach einem Autounfall in Sri Lanka verschwindet ein berühmter Schriftsteller von der Bildfläche, weil er die Blicke der Menschen nicht mehr aushält. Die Augen und die linke Seite seines Gesichts sind zerstört, der weitere Verlauf seiner Karriere ist unklar. Vier Jahre später will Paul sein literarisches Testament schreiben: eine Autobiographie. Er gibt eine Zeitungsanzeige auf, lädt einen jungen Interessenten zu einem Vorstellungsgespräch ein, zeigt sich beeindruckt von dessen Beobachtungsvermögen, stellt ihn ein. «Nur keine Panik. Ich will mir bloss Ihre Augen borgen.» Bald darauf bezieht John Ryder bei ihm Quartier. In der ersten Zeit führt John den Schriftsteller hinters Licht. Von den Absichten und Inhalten eines sexuell misshandelten Kindes, das sich als Erwachsener an seinem Vergewaltiger rächt, scheint Gilbert Adair einiges zu verstehen. Aus der grossen Konfrontation, die das Opfer sorgfältig inszeniert hat, ist allerhand psychologisches Feingespür abzulesen. Adair beschreibt in seinem Dialog die Selbstmordgedanken eines elfjährigen Sonderschülers, dem Erziehungsheime und das Leben auf der Strasse ein Begriff sind. Aber er beschreibt auch, wie ein solches Kind heranwächst und den Weg aus der Gosse findet, und wie es sich schliesslich ein bürgerliches Leben aufbaut freilich besessen von seinen Rachegedanken.
|